St. Michael ist Pfairrgemeinde

Anerkennung für 30 Jahre Engagement im fairen Handel

Im Rahmen des jährlichen Danke-Abends für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von St. Michael in Waldbröl überbrachte der Geschäftsführer des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln, Norbert Michels, der Gemeinde die Urkunde mit der Auszeichnung als „Pfairrgemeinde“.

Mit der Begrüßung dieses Gastes verband Andreas Hombach, Vorsitzender des Sachausschusses „Partnerschaft Eine Welt“, einen kurzen Rück- und Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der Pfarrei auf dem Gebiet des fairen Handels. Dabei erinnerte er an die großartige Eine-Welt-Woche im Sommer 1979, die als Startschuss für das Engagement christlichen Gemeinden in Waldbröl im Bereich des fairen Handels angesehen werden kann. Damals hatten sich auf Initiative des damaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Wolfgang Clees viele Gruppierungen in eine gemeinsame Aktion eingebracht und durch vielfältige Aktivitäten auf die Probleme der Menschen in der sogenannten Dritten Welt aufmerksam gemacht. Pfarrgemeinderatsmitglied Lorenz Pevec hatte zudem Kontakte zu zahlreichen überörtlichen Organisationen und Botschaften geknüpft, so dass bei den Podiumsgesprächen stets hochkarätige und kompetente Gesprächspartner und bei den Informationsveranstaltungen wiederholt Tanz- und Musikgruppen aus fernen Ländern zur zum Einsatz kamen.

Seit nun mehr 30 Jahren werden fair gehandelte Produkte durch den Verein Eine-Welt-Aktion Waldbröl e.V., in dem neben über 70 Einzelpersonen auch die drei christlichen Kirchengemeinden Mitglied sind, in Waldbröl angeboten: zunächst sonntags auf Tischen vor den Kirchen und auf Ständen bei Weihnachtsmärkten, Stadt-, Pfarr- und Gemeindefesten. Im November 1996 eröffnete dann das erste Ladengeschäft in der Nümbrechter Straße. Bereits im Mai 1997 erfolgt der Umzug in die Hochstraße, im November 2003 ein weiterer an den heutigen Standort in der Kaiserstraße. Dieser Eine-Welt-Shop in Waldbröl ist außerdem voll von Geschenk-Ideen, über die sich nicht nur die Beschenkten freuen. „In der Wirtschaft nennt man das eine "Win-Win-Situation": Der Schenkende trifft auf eine breite Produktvielfalt, der Beschenkte freut sich über eine hohe Qualität des Geschenks und der Produzent kann dank gerechter Entlohnung seine Familie ernähren - alles Gewinner!“ hob Andreas Hombach hervor.

In der Pfarrgemeinde St. Michael werden in vielen Bereichen des Gemeindelebens fair gehandelte Produkte verwendet. Schon lange gibt es Transfair-Kaffee im Ausschank der Frauengemeinschaft. Schon lange spendiert die Pfarrgemeinde ihren Ehrenamtlichen auf dem Ehrenamtsabend Knabbereien und Weine der Eine-Welt-Handelshäuser. Immer wieder werden auch Geschenke der Pfarrgemeinde im fairen Handel gekauft - oder auch mal ein Fußball für die Jugendarbeit. Besonders wichtig ist aber auch die Informationsarbeit in den verschiedensten Bereichen, angefangen beim Kommunionunterricht über die Firmstunden bis hin zur MISEREOR-Coffee-Stopp-Aktion, dem Fastenessen und weiteren Veranstaltungen.

An diesen Überblick schloss sich die Übergabe der Urkunde durch Norbert Michels an. Zuvor jedoch erklärte er kurz die Aktion „Pfairrgemeinde“: Im August 2008 haben der Generalvikar des Erzbistums und der Diözesanratsvorsitzende diese Aktion ausgerufen. Diese Aktion baut auf der bundesweiten Kampagne "Faire Woche" auf und wollte die Pfarrgemeinden ermutigen, die sich z.T. bereits seit vielen Jahren im Rahmen eines "Fairtrade-Engagements" für den fairen Handel Südamerika einsetzen, dieses Engagement fortzusetzen.

"Wer sich beteiligt verpflichtet sich, den Konsum von Kaffee, Tee, Kakao, Orangensaft, Schokolade, Rosen, Wein, Baumwolle, Süßigkeiten etc. soweit wie möglich auf fair gehandelte Produkte umzustellen. Fairtrade verbessert die Arbeits- und Lebenssituationen von Kleinproduzenten und Arbeiterinnen und Arbeitern in den Ländern des Südens. Seit Jahren wurde in vielen Pfarrgemeinden im Erzbistum Köln Fairtrade-Kaffee getrunken. Einige Gemeinden sind auch so konsequent, dass sie so fair und ökologisch wie möglich konsumieren." stellte Michels fest.
„Sie haben viel erreicht, bezahlen für die Menschen in der Einen Welt eben nicht nur den Mini-Preis, sondern einen Mindestpreis, indem Sie die fairen Produkte zu einem fairen Preis verkaufen. Damit sind Sie nicht nur, ich würde sagen im früheren Sinne in der "Dritte-Welt-Arbeit" tätig - dieses Wort ist sicherlich unpassend - , sondern Sie engagieren sich im wahrsten Sinne des Wortes gesellschaftspolitisch für die Menschen, die ansonsten für ihre Erzeugnisse den nicht zustehenden gerechten Lohn erhalten würden.
Ich möchte Sie ermutigen, dieses Engagement fortzusetzen und sich weiterhin für den fairen Handel einzusetzen!“ schloss Michels seine Laudatio und übergab die Urkunde, die ihren Platz im Eingangsbereich der Pfarrkirche gefunden hat, stellvertretend für alle in der Eine-Welt-Arbeit engagierten Gemeindemitglieder an Andreas Hombach und Wolfgang Clees.