Glanzvolle 1. Aufführung des Messias von G. F. Händel

Eine wunderschöne 1. Aufführung des „Messias“ von G. F. Händel erlebten die über 350 Zuhörer in der voll besetzten kath. Pfarrkirche St. Michael in Waldbröl am 3. Adventssonntag 2009, zu der die ev. Kantorei und der kath. Kirchenchor „St. Cäcilia“ eingeladen hatten.

In seiner Begrüßung betonte Pfarrer Klaus-Peter Jansen, dass genau ein Jahr nach Einweihung der neuen Fasen-Orgel nunmehr zum wiederholten Male eine herausragende kirchenmusikalische Veranstaltung in der Pfarrkirche stattfinde. Pfarrer Jansen gab eingangs einen kurzen historischen Überblick: Händel habe sein Meisterwerk „Der Messias“ im Jahre 1741, im 56. Jahre seines wechselvollen Künstlerlebens geschaffen. Er schrieb die Partitur in 22 Tagen – also in etwas mehr als drei Wochen. Aus zeitgenössischen Berichten sei zu lesen, dass Händel das Werk in einer grenzenlosen Hochstimmung schuf, in Stunden, die fast einer Erdentrückung gleichkamen. In der Verherrlichung des Erlösungswerkes Christi, habe Händel die schönsten, tiefsinnigen Sprüche des Alten und Neuen Testaments ausgewählt. Feierliche Chorklänge und liebliche Arien bereiten auf das Kommen des Messias vor.

Konzertleiter Martin Kotthaus hatte im Vorfeld ganze Arbeit geleistet, Sänger und Musiker auf eine Linie eingeschworen und zauberte eine atmosphärisch dichte Weihnachtsstimmung in das Kirchenschiff. Dabei verstand es der Dirigent auf besondere Weise, die Bläser, Streicher und den Chor zu einer Einheit zu verschmelzen, die den Zuhörern musikalischen Hochgenuss bescherten.

90 Sängerinnen und Sänger beider Chöre boten ein respektables Bild, als sie gemeinsam den imposanten Einstieg „Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn“ gestalteten und auch die folgenden Chöre wurden prägnant und textverständlich vorgetragen. Schon gegen Ende des zweiten Teils nach dem mitreißenden Vortrag des „Halleluja“, zu dem sich die Zuhörer von ihren Plätzen erhoben hatten, gab es minutenlang Zwischenapplaus.

Begleitet wurden die Sänger vom präzise spielenden Orchester der Musikschule Waldbröl und sehr einfühlsam von Michael Bischof an der Orgel.

Engelsgleich gestaltete die Sopranistin Antje Bischof das lyrische Prachtstück „Er weidet seine Herde“. Mit schönstem Timbre und weicher, klarer Stimme zählte sie zu den Glanzpunkten dieser festlichen Messias-Aufführung. Doch auch Altistin Marianne Haupt, Tenor Johannes Klüser und Bass Arndt Schumacher trugen maßgeblich zum gelungenen Gesamtbild bei.

Die Zuhörer waren sichtlich begeistert, lauschten gespannt der musikalischen Bibelgeschichte, fanden am Schluss der dreistündigen Aufführung kein Aufhören beim Applaudieren und waren sehr beeindruckt vom Zeugnis begnadeter Schöpferkraft.

Dass die 1. Aufführung des “Messias“ von G. F. Händel so bravourös war, ist dem großen Engagement von Kantor Martin Kotthaus zu verdanken, der souverän und mit sehr viel Einfühlungsvermögen den großen ökumenischen Chor, die Solisten und das Orchester der Musikschule Waldbröl durch dieses anspruchsvolle Werk führte.

Nach dem lange anhaltenden Schlussapplaus dankte Vorsitzender Peter Klein allen Mitwirkenden, den Solisten und den beiden Chorleitern mit Blumensträußen, Pfarrer Klaus-Peter Jansen für seine einleitenden Worte, dem Orchester, den Sängerinnen und Sänger beider Chöre und auch dem Publikum, das so lange auf beengten Plätzen ausgehalten hatte.

Christiane Klein

Für alle, die diese Aufführung des Messias verpasst haben oder sie nochmals hören möchten:

Das Werk wird erneut am Sonntag, den 14.März 2010 ab 17 h in der Evangelischen Kirche Waldbröl aufgeführt werden.