Fingerpuppen aus El Alto - kleine Kunstwerke zur Förderung der Selbstständigkeit

Die MaZ’lerin Lina berichtete 2002 über ihre Arbeit in El Alto :

„Als neue MaZ’lerin (Missionarin auf Zeit) verbringe ich ein Jahr bei Eva Pevec in 16 de febrero. Ich bin letztes Jahr im August in El Alto angekommen..

Eine meiner Aufgaben ist es, die Fingerpuppengruppe „Las Leonas“ (Die Löwinnen) zu begleiten. Viele von Ihnen kennen bereits die Tierchen: Affen mit und ohne Banane, Löwen, Giraffen, Condore, Lamas, Hunde, Esel, Eichhörnchen ...
Wir kaufen den Frauen die Fingerpuppen ab, um sie in Deutschland und der Schweiz wieder zu verkaufen. Fast alle Frauen der Gruppe benötigen dieses Einkommen. Für einige ist es sogar das einzige Familieneinkommen.

Zum Beispiel Virginia Colque: Sie ist 24 Jahre alt, ihr Mann hat sie mit drei kleinen Kindern sitzen lassen. Sie strickt die meisten Finger--puppen in der Gruppe.An einem Samstag-morgen kommt sie mit Delia Quispe, der Gruppensprecherin, zu unserem Haus. Ich lasse sie hinein und Delia beginnt: ‚Gestern in der Gruppe hat Virginia von ihrem Jüngsten erzählt, er ist 1 ½ Jahre alt und der Arzt meint, er muss dringend ins Krankenhaus, weil Verdacht auf eine Lungenentzündung besteht. Wir in der Gruppe haben beschlossen, Virginia mit je einer Fingerpuppe zu unterstützen und wollen dich bitten, ihr einen Vorschuss zu geben, damit sie Medikamente kaufen kann.’ Virginia steht die Tränen in den Augen. ‚Ich habe gerade gar nichts mehr, habe gestern schon Fingerpuppen abgegeben, aber mir reicht das Geld nicht einmal, um zum Krankenhaus zu fahren.’

Die Fingertierchen sind eine gute Möglichkeit, auch schon einmal Geld zu leihen. Die Frauen können nach und nach mit fertigen Fingerpuppen das Geld zurückzahlen.

Die Fingerpuppengruppe entstand bei einem Besuch einer perua-nischen Bekannten von Eva Pevec in 16 de febrero, die Fingerpuppen stricken konnte. Zwei von den Frauen, die drei Tage lang mit ihre lernten, waren besonders be-geistert und begabt, so dass sie auch nach dem Aufenthalt der Peruanerin weiter strickten und lernten. Eine von ihnen, Elisabeth Flores, ist nun die Lehrerin der Fingerpuppengruppe. Mit der Zeit haben sie neue Modelle erfunden, haben die Qualität der Tierchen sehr verbessert und begonnen, diese Fertigkeiten anderen Frauen aus der Zone beizubringen. Inzwischen haben sich die Frauen zu einer Produktionsgruppe als kleine Genossenschaft zusammen geschlossen. So haben die Frauen die Möglichkeit, sich durch die Verkaufserlöse weiterzubilden und ihre finanzielle Situation zu verbessern.

Wir kaufen den Frauen die Fingerpuppen zu einem für bolivianischen Verhältnissen guten Preis ab. Da sie in Europa jedoch zu einem weitaus höheren Preis verkauft werden, fließt der Gewinn in verschiedene Projekte des Gemeindezentrums: Sozialfonds, Bau von Gruppenräumen und dergleichen.

Die Fingerpuppen werden in Waldbröl im Eine- Welt- Shop (Kaiserstr. 37a) und durch die zum Preis von 2,50 € bis 4,50 € je Puppe angeboten.

weitere Fotos von den Fingerpuppen....

Durch den Kauf dieser schönen Puppen wird ein wichtiges Projekt unterstützt:

Hilfe zur Selbsthilfe!

28.07.2011 /cl