Kirchbau-Projekt in El Alto / Bolivien

Das Projekt

Unsere Pfarrgemeinde St.Michael und ihre Filialgemeinden unter-stützen die Christen der Pfarrei "Sagrada Familia de Belén" ("Hl. Familie von Bethlehem") im Stadtteil '16 de febrero' von El Alto finanziell beim Bau und der Ausstattung ihrer eigenen Kirche und ihres Gemeindezentrums.
El Alto ist die Armenvorstadt von La Paz, auf 4000 m Höhe in den bolivianischen Anden gelegen.
Die neue Kirche wurde am 23.Februar 2003 geweiht.
Mitglieder unserer Pfarrei haben unsere Gemeinde dort vertreten.

die neue Kirche
"Sagrada Familia de Belén"

El Alto - der Ort und die Umgebung

Die Gemeinde “Sagrada Familia de Belén” gehört zur Pfarrei “Apóstol San Pablo”, Diözese El Alto und liegt in der Zone “Río Seco” (“Trockener Fluss”), einer relativ neuen Zone von El Alto. El Alto galt bis vor wenigen Jahren noch als Vorort des Regierungsitzes Boliviens, La Paz. Seit 1985 ist El Alto eine eigenständige Stadt, die Diözese El Alto wurde erst 1994 gegründet. In Río Seco leben ca 50.000 Einwohner, 80% sind getaufte Christen, zugehörig zur katholischen Kirche. Das Klima an sich ist kalt mit einer Regenzeit von November bis April und einer Trockenzeit von Mai bis Oktober. El Alto befindet sich auf dem bolivianischen Hochland auf 4000 Meter über dem Meeresspiegel.

90% der Bevölkerung ist indigener Abstammung der Aymara Kultur, die, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen für sich und ihre Kinder, den ländlichen Bereich verließen und noch immer verlassen. Die Gläubigen sind daher Migranten: arbeitslose Minenarbeiter aus verschie-denen Minengebieten und Landflüchtige vom Hochland Boliviens. Der Einfluss der aymarischen Kultur ist daher recht stark, was charakteristisch ist für die marginalisierten Stadtteile der neuen Metropole El Alto. Die Migration verursacht einen Zuzug von 9,4% jährlich, was eine angemessene infrastrukturelle Entwicklung unmöglich macht. Viele Familien verfügen weder über Trinkwasser, noch über Strom oder Kanalisation.

Durch den großen Zuzug von Kindern und Jugendlichen ist die Schulausbildung sehr mangelhaft, da sie den hohen Anforderungen nicht entsprechen kann. In dem gesamten Pfarreigebiet mit 35 Schulen gibt es nur zwei kleine Bibliotheken, in denen die Schüler ihre Hausaufgaben machen und sich Schulbücher ausleihen können. Bibliotheken sind im Bildungsbereich sehr wichtig, da viele Kinder weder einen geeigneten Ort zum Erledigen ihrer Hausaufgaben haben, noch über Schul-bücher verfügen. Die beiden Bibliotheken gehören der Pfarrei “Apostól San Pablo” und dem Pfarrzentrum “Sagrada Familia de Belén” an, die jedoch auch gleichzeitig als Pfarrsäle benutzt werden.

Durch den schnellen Zuwachs in El Alto leben viele Familien in unwürdigen Lebensverhältnissen, was die gesamte Familie dazu verpflichtet zu arbeiten, selbst die Kinder.

Die Gemeinde und ihre Menschen und: Warum eine Kirche in einer solchen Armut?

In Anbetracht der herausfordernden sozialen und wirtschaftlichen Situation der Gemeinde ist es ein Hauptanliegen der Gemeindeleitung, dass die Kinder, Jugendlichen, Männer und Frauen die befreiende Botschaft Christi erleben und gleichzeitig eine integrale Förderung erfahren. Besonders im Stadtteil 16 de Febrero, im Gemeindezentrum “Sagrada Familia de Belén” werden eine Vielzahl von Fortbildungskursen im handwerklichen Bereich angeboten wie z.B. Stricken, Nähen an Maschinen, Herstellung von typischer Frauenkleidung des Hochlands, etc.. Mit dem Wachsen der Gemeinde wurde es jedoch immer dringlicher, dass sie über einen sakralen Ort verfügt, um die heilige Messe angemessen feiern zu können. Das Zentrum bestand bisher nur aus einer Bibliothek, zwei Gruppenräumen und aus einem multifunktionellen Saal. In diesem Saal wurden zweimal im Monat Eucharistiefeiern und zweimal monatlich Wortgottesdienste gefeiert, an denen bis zu 200 Personen teilnahmen. Gleichzeitig wurde er sowohl für spirituelle als auch für handwerkliche Fortbildungen und für Jugendfeste genutzt.

Nach Einweihung der neuen Kirche steht für eine bessere pastorale Dienstleistung endlich ein sakraler Raum zum Feiern der heiligen Messe zur Verfügung.

Einzugsbereich für 16 de Febrero ist Stadtteil Juana Azurduy de Padilla, die Gemeinde San Felipe de Seq´e mit ihren vier Bezirken sowie Barrio Municipal und Stadtteil Franz Tamayo.
Die Einwohnerzahl liegt bei 20.000 Menschen, davon 16.000 Getaufte.

Wie auch in vielen anderen Ländern verfügt die bolivianische Kirche nicht über eigene Kirchen-steuern, sondern lebt von den freiwilligen und sehr geringen Beiträgen der Gläubigen, was oftmals die einzige Einnahmequelle der einheimischen Priester darstellt. Eine Kirche in 16 de Febrero ist die zukünftige Grundlage für die eigenständige Betreuung durch einen bolivianischen Priester. Der multifunktionelle Saal wird z.B. bisher nicht für Trauungen in Anspruch genommen, da der sakrale Rahmen nicht gegeben ist

Wer mehr wissen, Eva Pevec schreiben oder gar mit einer Spende helfen will:

EMail:    eva.pevec@gmail.com

Spendenkonto::
Postscheckamt Stuttgart,
BLZ 600 100 70
KontoNr. 115 87-700
Kennwort: El Alto
Kontoinhaber: Behtlehem-
Mission Immensee /CH

Stichworte zur Person: Eva Pevec de Ancasi

Jahrgang 1972, Schulbesuch in Waldbröl, 1992 Abitur am Hollen-berg-Gymn., anschließend ein Jahr als Missionarin auf Zeit (MaZ'lerin) mit Steyler Missionsschwestern in Posadas / Nord-argentinien. Ab Herbst 1993 Studium der Sozialpädagogik an der Kath. Fachhochschule in Benediktbeuern; Abschluß als Sozial-pädagogin. Während des Studiums ein halbjähriges Praktikum in einem Kinderheim in La Paz / Bolivien und ein halbjähriges Prakti-kum in einem Frauenhaus in Berlin. Schwerpunkte des Studiums: Heim, Thema der Diplomarbeit: Zufluchtswohnung: Neue Lebensräume für mißhandelte Frauen.

Seit Juli 2003 ist Eva mit Marco Ancasi aus El Alto verheiratet.

Nach Studienabschluss Arbeit als Sozialpädagogin in einem Wiesbadener Frauenhaus der AWO, das überwiegend mit auslän-dischen Frauen und Kindern belegt ist.

Von 1999 - 2010 im Auftrag der Bethlehem Mission Immensee / Schweiz in einer Pfarrgemeinde in El Alto tätig.

Die Bethlehem Mission Immensee ist eine kath. Missionsgesell-schaft, die etwa 180 Männer und Frauen in Ostasien, Afrika und Südamerika umfasst, davon die Hälfte Laien, also weder Ordensleute noch Priester.

Seit 2011 Mitarbeiterin im Kindermissionswerk (Sternsinger).

28.07.2011 / cl