Berichte aus dem Gemeindeleben im Jahr 2005

„Wer bist du eigentlich, Gemeinde?“

Festmesse und Empfang zum Abschluss des Jubiläumsjahres
am 11. Dezember 2005 mit Weihbischof Manfred Melzer

 „Wer bist du eigentlich, Gemeinde?“ diese Frage stellte der Kölner Weihbischof den Menschen seiner ehemaligen Pfarrei, die am 3. Adventsonntag in großer Zahl zum Festgottesdienst gekommen waren. Mit dem Eröffnungsvers aus der Tagesliturgie, „Gaudetur – freuet euch“, hatte Pastor Klaus-Peter Jansen seinen Vorgänger zum dritten Mal in diesem Festjahr in der 300 Jahre alten Pfarrkirche begrüßt. Bischof Melzer feierte an diesem 11. Dezember die hl. Messe zum Abschluss des großen Jubiläumsjahres und weil vor 200 Jahren, am 13. Dezember 1805, aus der Missionsstelle Waldbröl die kirchenamtliche Pfarrei St. Michael Waldbröl wurde. – Der Kirchenchor von St. Michael, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feierte, sang im Gottesdienst die „Cäcilienmesse“ für Chor, Soli und Orchester von Charles Gounod. Begleitet wurde er vom Orchester des Waldbröler Kulturtreffs. Als Solisten wirkten mit Hisae Kambara, Sopran, und Hubert Grunow, Tenor“. Die Leitung lag in Händen von Seelsorgebereichsmusiker Wolfgang Werner.

 In seiner Predigt fragte Weihbischof Manfred Melzer mit Blick auf den 200. Jahrestag der Pfarrerhebung von St. Michael: „Was würden die Wände dieser Kirche erzählen, wenn sie reden könnten? Von Stunden ganz großen Glücks, von Schmerz und Trauer, von Stunden des Abschieds, von unseren Ängsten und Sorgen, z.B. während der zwei Weltkriege, und während eines langen Lebens jedes Einzelnen. Das alles gehört zu dem Glauben, der durch die Zeiten trägt.“ Und im Hinblick auf die heute modischen Klagen über die schwierigen Zeiten auch für die Kirche und Gemeinde mahnte er, „Sagt eurem Gott nicht immer nur, dass ihr große Probleme habt; sagt euren Problemen auch, dass ihr einen großen Gott habt!“ Mit diesen einprägsamen Worten munterte Weihbischof Melzer die Gläubigen auf, nicht zu verzagen, sondern Mut zu haben für ein Zeugnis ihres Glaubens gegenüber den Menschen, die auf der Su che seien und auf dieses Zeugnis warteten. Das Jubiläumsjahr sei wirklich ein Jahr des Aufbruchs gewesen, meinte der Weihbischof und er wünschte der Pfarrgemeinde St. Michael Gottes Schutz, Segen und Begleitung auch für die Zukunft. Er gab unumwunden zu, dass er für seine heutige Tätigkeit in Köln immer noch Kraft schöpfe aus der Zeit, als er sieben Jahre Pfarrer in Waldbröl war.

 Nach dem Gottesdienst traf sich die Gemeinde zur Begegnung mit Weihbischof Melzer im Pfarrheim. Jede und Jeder hatte Gelegenheit mit dem Bischof ein offenes und persönliches kurzes Gespräch zu führen. Große Freude herrschte bei allen, dass auch die Mutter des Weihbischofs, Else Melzer (87), die ihm im Waldbröler Pfarrhaus den Haushalt geführt hatte, am Gottesdienst und dem anschließenden Empfang teilnehmen konnte. 

Text :Paul Schulz, Bilder : Paul Schulz und Peter Klein (Gottesdienst)

125 Jahre Kirchenchor St.Cäcilia Waldbröl

Mit einem Festgottesdienst, einem gelungenen Cäcilienfest und einem musikalischen Frühschoppen feierte der Waldbröler Kirchenchor St.Cäcilia Waldbröl am letzten Wochenende des Kirchenjahres sein 125-jähriges Jubiläum.

Vorsitzender Peter Klein konnte zum Festakt zahlreiche befreundete Chöre begrüßen: die Kirchenchöre aus Nümbrecht und Bielstein, die evangelische Kantorei Waldbröl und den Sparkassenchor Waldbröl unter Leitung des ehemaligen Kirchenchorleiters Willibald Hausmann. Sie alle gratulierten dem Jubiläumschor mit vielfältigen geistlichen wie und weltlichen Liedvorträgen.

Eine besondere Ehre für den Chor war die Eintragung in das goldene Buch der Stadt Waldbröl, das Bürgermeister Christoph Waffenschmidt hierzu mit in das Pfarrheim gebracht hatte.

Der Präsident des Deutschen Cäcilienverbandes Msgr. Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider war eigens nach Waldbröl gekommen, um einige Chormitglieder für langjährige treue Mitarbeit auszuzeichnen. Drei Chormitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Agnes Huhn nach 70 Jahren und Herbert Salz nach 65 Jahren Chorzugehörigkeit sowie Hans-Günter Schmidt für 20-jährige Arbeit als Chor-Vorsitzender.

Am Sonntagmorgen gestaltete der Musikkreis Holpe die Hl.Messe gemeinsam mit dem Chor. Anschließend spielten die Musiker im Pfarrheim zu einem musikalischen Frühschoppen auf.

Fotos: Paul Schulz

Ergebnisse der Pfarrgemeinderatswahlen

Bei den PGR-Wahlen am 5. und 6.11.2005 wurden folgende Kandidaten gewählt:
(in alphabetischer Reihenfolge)

Stefanie Baum, Marita Bläser, Beate Conrad, Marino Fuchs, Adalbert Gabriel, Raier Gottschlich, Andreas Hombach, Franz Köster, Ursula Köster, Paul Schulz, Christiane Wichary, Stephan Wichary.

Hinzu kommen noch weitere Mitglieder, die Pfarrer Jansen in Abstimmung mit dem neu gewählten PGR berufen wird.

Neue Minis eingeführt

Nach fünfzehn Übungsstunden mit den Gruppenleitern Stephan Wichary und Frank Wieczorek,  wurden am Sonntag, den 30.10.2005 neun neue Ministranten in die große Waldbröler Schar aufgenommen. Damit haben wir in der Pfarrkirche jetzt 86 Ministranten. Nach einer kurzen Predigt rief Pfarrer Jansen die neuen Minis namentlich an den Altar. Die Kinder stellten einige der Dienste vor, die sie bei verschiedenen Gottesdiensten nun verrichten. So zum Beispiel das Vortragekreuz, Weihrauch, Weihwasser, Brot und Wein. Danach erhielten Dennis, Marvin, Tim, Markus Kobinski, Caroline, Leander, Isabelle, Rina und Stephanie eine Plakette überreicht, die sie als sichtbares Zeichen ihres Amtes nun immer - besonders bei Gottesdiensten - tragen dürfen.
In die Waldbröler Ministrantengemeinschaft wurde auch Niklas herzlich aufgenommen, der vor kurzem aus Neuss nach Waldbröl zog und hier weiterhin dienen möchte. Da einer der Neuen an diesem Festtag zehn Jahre alt wurde, gab's nach der Messe noch eine kleine Feier mit Wunderkerzen, Super Dickmann's und Gesang. Zudem spendete Pfarrer Jansen einen Meter Dominosteine, die er am Vortag aus Aachen mitgebracht hatte.

Text: Frank Wieczorek, Bilder Lothar Ostgathe und Marc Wegert

Tag der Katechetinnen und Katecheten

Im Rahmen unserer Festwoche zum Jubiläumsjahr 2005 waren für Freitag, den 30.September, die Katechetinnen und Katecheten und die Religionslehrerinnen und Religionslehrer zu einem besonderen Nachmittag eingeladen.

Das Treffen begann mit einer Gemeinschaftsmesse, die Pfarrer Jansen mit seinen Gästen in der Pfarrkirche feierte. Der Chor AmHa Adon gestaltete diesen Gottesdienst musikalisch.

In seiner Predigt schlug Pastor Jansen eine Brücke von 1805 zur heutigen Zeit: am 13.12.1805 wurde die bisherige Missionsstelle Waldbröl zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben. Missionare tragen seitdem auch in Waldbröl den Titel ‚Pfarrer’. Doch heute steht die Kirche in Deutschland – und auch in Waldbröl - in vielen Bereichen wieder am Anfang: Deutschland ist Missionsland geworden, stellten die deutschen Bischöfe kürzlich fest. Für die Kirche heute ist die Weitergabe des Glaubens eine der ganz großen Herausforderungen. Die Menschen haben unverändert ein großes Bedürfnis nach Religion und Tranzendenz. Hier sind Eltern, Katecheten und Lehrer besonders gefordert: Glaube lebt vom persönliche Zeugnis, von konkreten Zeugen, von Menschen, die ihren Glauben leben und dies auch nicht verbergen. Alles im Leben beginnt mit damit, dass man sich für etwas interessiert. Daher gelte es, das Interesse der Jugend zum Glauben zu wecken. Hierbei könnte auch Experimente nicht schaden, ermunterte Pfarrer Jansen die Katecheten und Religionslehrer. Er wünsche sich im Sinne der Glaubensweitergabe einen intensiveren und vertieften Dialog zwischen Kirche und Schule, zwischen Seelsorgern und Religionslehrern. Der Religionsunterricht in den Schulen sollte das kirchliche Leben der Gemeinden verstärkt in den Unterrichtsalltag einbeziehen. „Französischlehrer arangieren für und mit ihren Schülern Fahrten nach Frankreich – Religionslehrer können die Kinder und Jugendlichen im Rahmen ihrer schulischen Arbeit an das kirchliche Leben, an die konkrete Gemeinde heranführen“ appellierte Pfarrer Jansen. Schließlich ist die Weitergabe des Glaubens Aufgabe für alle Getauften und nicht nur die der Seelsorger.

Anschließend trafen sich Katecheten aus Waldbröl und Nümbrecht und zahlreiche Religionslehrer der verschiedenen Schulen im Gemeindegebiet im Pfarrheim. Erfreulich, dass auch evangelische Religionslehrer der Einladung gefolgt waren. Das Treffen begann mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Der Sachausschuss „Liturgie und Weitergabe des Glaubens“ unter Leitung der Ausschussvorsitzenden Rosemarie Grunert hatte für ein ausgezeichnetes Büffet mit hausgemachten Kuchen gesorgt.

Pastor Jansen musste jedoch leider mitteilen, dass der Referent, Professor Dr. Karl Heinz Schmidt, Direktor der Katholischen Fachhochschule NRW, wegen Erkrankung kurzfristig abgesagt hatte.
Der Vortrag zum Thema „Im Gottes Namen – bei den Menschen! Glaubensweitergabe an die folgende Generation“ soll wenn irgend möglich zu einem späteren Termin gehalten werden.

Die Gäste nutzen daher den Nachmittag zu persönlichen Gesprächen sowie zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Mit einigen gemeinsamen Liedern, angestimmt und begleitet vom Chorleiter von 'Am Ha Adon' Felix Schonauer, klang dieser Nachmittag aus.

Weltjugendtagskreuz in Nümbrecht

In einer vierzigtägigen Fußwallfahrt tragen junge (und auch ältere) Christen das Weltjugendtagskreuz von Dresden nach Köln, wo es pünktlich zur Eröffnung des Weltjugentages eintreffen soll. Am 13.08. erreichten die Pilger aus Eitorf kommend Nümbrecht. Nach Abendgebet und Begegnung mit Nümbrechter Gemeindemitgliedern und einer Nacht bei Gastfamilien in Nümbrecht feierte die Pilgergruppe gemeinsam mit zahlreichen Gemeindemitgliedern in Hl.Geist eine Heilige Messe, die Weihbischof Manfred Melzer (früherer Pfarrer in unserer Gemeinde) zelebrierte.Die Fürbitten entnahm die Leiterin der Pilgergruppe einem kleinen Beutel, in dem sie die unterschiedlichsten Bitten mit auf den weiten Weg genommen hatten, die Christen aus Dresden dem Gebet der Pilgergruppe anvertraut hatten.

Nach der Messe brach die Pigergruppe in Richtung Engelskirchen auf. Aus unserer Gemeinde begleiteten zahlreiche Jugendliche und Erwachsene das Kreuz auf dieser Tagesetappe. Weihbischof Melzer reihte sich in die Pilgerschar ein und pilgerte mit zum nächsten Etappenziel.

Zuvor jedoch ging Bischof Melzer nach dem Gottesdienst auf die Mitglieder seiner früheren Gemeinde zu, sprach mit vielen und dankte wie zuvor schon am Ende der Hl. Messe im persönlichen Gespräch für die guten Wünsche und Gebete in der Zeit seiner schweren Erkrankung.

Ökumenisches Straßenfest zum Gemeindejubiläum

Gemeinsam feierte die Waldbröler Christen wieder einmal ein großes ökumenisches Straßenfest. Bereits im Sommer nach der Jahrtausendwende entfaltete sich buntes Leben in der Hochstraße zwischen den beiden Kirchen. In diesem Jahr nun war das Jubiläumsjahr unserer Pfarrei der Anlaß.

Und auch künftig wird sich ein Anlaß zum gemeinsamen Fest finden - da waren sich alle am Abend des gelungenen Tages einig.

Das Fest wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet, den die Kirchenchöre beider Kirchengemeinden und der vereinigte Posaunenchor der evangelischen Gemeinde musikalisch gestalteten.
Der Tag war geprägt von Gespräch, Information und Begegnung. In einem abwechslungs-reichen Bühnenprogramm traten Chöre auf und die beiden kirchlichen Kindergärten spielten die Schöpfungsgeschichte. Die Seelsorgeteams schließlich traten zu einem Rate-Wettkampf auf der Bühne gegen einander an.

An vielen Ständen wurde bestens für das leibliche Wohl gesorgt, der Pfarrhof wurde zum Café umfunktioniert, im Bibelzelt gab es anregende Gesprächskreise, für die Betreuung und Unterhaltung der Kinder und Jugendlichen sorgten die Leiterinnen und Leiter der Jugendgruppen mit vielfältigen Spielangeboten und an einem Stand boten die Frauengruppen "Edel-Trödel" an. Viele weitere Angebote zur Unterhaltung und zur Information rundeten das Festprogramm ab.


Der Pfarrgemeinderat hatte einen Info-Stand aufgebaut, an dem auch die neue Chronik und der Jubiläumswein erstanden werden konnten. Der Orgelbau-Verein informierte über das Orgelbau-Projekt und warb Mitglieder und Spender, und der PGR-Sachausschuß "Eine Welt" und die Gruppen der evangelischen und der freien evangelischen Gemeinde stellten ihre Zielprojekte in den Ländern Asiens und Südamerikas vor. Am Stand der Eine-Welt-Aktion konnten die Besucher Produkte aus fairem Handel erwerben.
Das ökumenische Straßenfest wurde mit einer kurzen Andacht punkt 17 Uhr beendet.
Erfreulich, dass der Abbau der vielen Stände und die Aufräumaktionen dank vieler helfender Hände schon gegen 18.15 Uhr abgeschlossen war.

Der besondere Dank unserer Gemeinde gilt der "Cheforganisatorin" Petra Blatz, die gemeinsam mit ihrem Mann Peter Blatz und Jörg Groneberg, Küster der evangelischen Gemeinde, während der Monate langen Vorbereitungszeit und am Festtag selbst die Fäden fest in der Hand hielt.

„Glaube, der durch die Zeiten trägt“

Sternwallfahrt im Jubiläumsjahr 2005 der Pfarrei St. Michael Waldbröl

 „Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir,
wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten.“ (Ps 84)

Aufbrechen und unterwegs sein, frohe Gemeinschaft erleben, gemeinsam singen und beten, die zu neuem Leben erwachte Natur bestaunen, ankommen, die Eucharistie feiern und zum Abschluss das leibliche Wohl nicht vergessen. All dies erlebten viele Gemeindemitglieder der Pfarrgemeinde St. Michael und ihrer Filialen Heilig Geist in Nümbrecht, St. Konrad in Ziegenhardt und Maria im Frieden in Schönenbach, die am Sonntag, dem 5. Juni, zu einer Sternwallfahrt von den vier Kirchen der Pfarrei zur Pfarrkirche hin aufgebrochen waren. Anlass war das in diesem Jahr zu feiernde Jubiläum: 300 Jahre Pfarrkirche St. Michael, 200 Jahre Pfarrgemeinde und 125 Jahre Kirchenchor.

 Aus den vier Himmelsrichtungen kommend bewegten sich die Gruppen aufeinander zu, um sich am Kreuz auf dem Heidberg am Stadtrand von Waldbröl zu vereinen. „Hier treffen sich Himmel und Erde“, so der spontane Ausspruch einer Wallfahrerin, bei einem Blick über die schöne Oberbergische Landschaft, trotz des Wolken verhangenen Himmels und eines kalten, kräftigen Windes. Mit Gebeten für die einzelnen Generationen der Gemeinde, die der Glaube durch die Zeiten getragen hat und weiter tragen soll, wurde die erste gemeinsame Statio der inzwischen großen Pilgerschar gesungen und gebetet.

Die Ministranten in ihren rot-weißen Gewändern gingen mit den vier Vortragekreuzen der Teilgemeinden voran. Nach den mit Talar und Rochett bekleideten Geistlichen folgte die lange Prozession der Wallfahrer. An dem der Mutter Gottes geweihten „Kapellchen“ im Ortsteil Brenzingen warteten weitere Gläubige, um an einer kurzen Andacht teilzunehmen. Pastor Klaus-Peter Jansen stellte dabei Gedanken zu einem christlichen Leben in der Diaspora und das Gebet um die Einheit der Christen in den Mittelpunkt. Nach einem Gesätz des Rosenkranzes, einem Fürbittgebet an die Mutter Gottes und dem Lied „Maria, breit den Mantel aus“, zog die Gemeinde nun zu der Pfarrkirche St. Michael weiter. Die Waldbröler, denen die Prozession auf ihrem Weg durch die Straßen der Stadt zur sonntäglichen Kaffeezeit begegnete, waren nicht wenig verwundert über das ungewohnte Bild einer friedlichen, katholischen Glaubensdemonstration. In der Pfarrkirche St. Michael wurde die Wallfahrt mit der Feier der Hl. Eucharistie abgeschlossen.

Zu einer „gut katholischen Wallfahrt“ gehören natürlich auch gemeinschaftliches Essen und Trinken. Bei Bratwurst, Bier und anderen Getränken ging es nach der Messe rund um die Kirche fröhlich zu, von vielen bunten Regenschirmen belebt, denn inzwischen hatte heftiger Regen eingesetzt.

(Text: Helga Schulz, Fotos: Paul Schulz / Wolfgang Clees)

Patronatsfest in Hl. Geist

 Es war ein ganz besonderes Patronatsfest Pfingsten im Jubiläumsjahr 2005 in H. Geist:
  - Heilige Messe um 10 Uhr, gestaltet von beiden Chören der Filialgemeinde und übertragen vom WDR
  - Chorfestival ab 13.30 Uhr mit abschließender Abendandacht
  - Und wie sich das für eine Feier gehört - Salate, Kuchen und Kaffee, Waffeln und ein Getränke- und Grillstand.

Die Rundfunkmesse hatte ihre eigenen Regeln und Besonderheiten, aus denen eine besondere Spannung erwuchs für alle Beteiligten. Der Kirchenchor St. Cäcilia und der Familienchor Am Ha Adon, die sich zu einem Chor zusammengeschlossen hatten, erfuhren dies bereit am Vortag bei der Generalprobe: Mikrofone und viel Technik, genaueste zeitliche Planung und bitte nicht husten, nießen, räuspern. Chorleiter Felix Schonauer brachte die Sängerinnen und Sänger aufs Zeitmaß – sozusagen auf die Sekunde genau und musikalisch topfit, uni sono und deutlich in der Aussprache. So erlebte die Gemeinde in Hl. Geist und die große Rundfunkgemeinde eine vom modernem Liedgut geprägte stimmungsvolle Messe, mit einer eindrucksvollen Instrumentierung durch Querflöte und Klavinova, begleitet von Wolfgang Werner an der Orgel.

"Wir feiern an Pfingsten die Offenbarung und lebendige Gegenwart des Geistes Gottes, ein Fest des Aufbruchs, der Hoffnung und der Einheit in Vielfalt... Wir feiern die Geburtsstunde der Kirche." – so Pastor Klaus-Peter Jansen in seiner Begrüßung zu Anfang des Gottesdienstes. "Veni Sancte spiritu" – „Komm herab, o Heiliger Geist“  so erklang die Pfingstsequenz im Wechsel von Solist und Chor vor dem Evangelium. In seiner Predigt hob Pastor Jansen noch einmal die Bedeutung des Pfingstfestes hervor. Die Anrufung des Heiligen Geistes sei keine Formsache, kein Ritualismus,... der Heilige Geist sei das Lebensprinzip der Kirche, Beistand und Geschenk des Himmels. "Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch." so hieß es dann auch im Danklied nach Friedensgruß und Agnus Dei. Zum Abschluss dieser besonderen Messe sangen Chor und Gemeinde aus dem Gotteslob das Lied "Der Geist des Herrn erfüllt das All". Und dann ging das rote Licht aus, und ein befreiendes Aufatmen ging durch die Kirche. Die Mikrofone waren ausgeschaltet. Normalität kehrte zurück. Es durfte gehustet, genießt, geredet werden.

Und es durfte das Patronatsfest gefeiert werden, im Pfarrheim und drum herum. Die 30 Kuchen gingen weg wie warme Semmel, Würstchen und Fleisch brutzelten und schmeckten gut. Nur das Bier wollte nicht so recht fließen, weil die Leitung eingefroren war. Nee, wat wor dat kalt. Wenn auch der Heilige Geist mit der Festgemeinde war, Petrus war gegen sie bzw. hatte sich nicht mit ersterem abgestimmt. Daher standen nur wenige Unentwegte am kalten Bierstand und schauten zu den noch wenigeren Unentwegten auf den Bänken vor und im Festzelt hinüber. So hatte denn das Chorfest in der Kirche guten Besuch, denn hier wehte kein kalter Wind, sondern ein guter Geist.

Die Regenbogenkinder setzten das Evangelium von der Heilung des blinden Bartimäus in Szene und wussten mit ihren Liedern zu Gefallen. Die drei Kirchenchöre des Seelsorgebereichs unter ihrem Chorleiter Wolfgang Werner eröffneten das Konzert mit einem gemeinsamen  "Irischen Segensgrüßen". Viel Beifall erhielt auch das Nümbrechter Doppelquartett mit "Popule meus" und einigen bekannten Gospels. Der junge Dekanatschor Cantamos brachte mit neuem Liedgut Schwung und Begeisterung. Ebenso begeisternd der Familienchor unserer Gemeinde Am Ha Adon; der abschließend noch einmal gemeinsam mit dem Kirchenchor ein Lied aus der morgentlichen Messe sang "Ich schenke Dir eine neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch". Zum Schluss dieses frohmachenden und Gemeinschaft stiftenden Pfingstfestes dankten wir Gott in einer Andacht, die musikalisch von Bettina Bäß an der Orgel und Mascha Hauschild auf der Flöte gestaltet wurde.

(Text : Heribert Mengelkamp; Fotos: Paul Schulz)

Patrozinium in Ziegenhardt

Zum Festgottesdienst anläßlich des Patronatsfestes in St.Konrad, der Filialkirche unserer Gemeinde in Ziegenhardt, waren am 4.Sonntag nach Ostern neben den Ziegen-hardtern zahlreiche Mitglieder aus den anderen Orten unserer Gemeinde gekommen.

Pastor Jansen würdigte in seiner Begrüßung das Leben und Wirken des 1934 heilig gesprochenen Bruders Konrad, der in aller Bescheidenheit 41 Jahre lang seinen Dienst an der Pforte seinen Klosters in Altöttingen tat und sich neben seiner Arbeit ganz dem Gebet gewidtmet hatte.

Im Festgottesdienst wurde aber auch des am gleichen Tag in sein Amt eingeführten Papstes Benedikt XVI gedacht und das Hirtwort unseres Herrn Kardinals zu diesem Anlass verlesen.

Nach dem Gottesdienst bleiben viele Gemeindemitglieder zum Gespräch beisammen, stärkten sich in "der Scheune" an den vielen leckeren Kuchen, die die Ziegenhardter Frauen gestiftet hatten und verkosteten den leckeren Jubiläumswein "Waldbröler Drachenstich".

74 Kinder gingen zur Erstkommunion

In feierlichem Gottesdienst, musikalisch gestaltet vom Wald-bröler Kirchenchor St.Cäcilia, geleitete Pastor Jansen 47 Jungen und Mädchen am Weißen Sonntag in der Pfarrkirche zum Tisch des Herrn.

Nach intensiver Vorbereitung durften die Kinder erstmals die Hl. Kommunion empfangen.

Zuvor jedoch gedachte die Gemeinde des in der Nacht zuvor verstorbenen Heiligen Vaters, Papst Johannes Paul II. Ein Junge entzündete die Totenkerze auf dem Altar und ein Mädchen stellte ein großes Foto des Verstorbenen zu dem Symbol dieses Erstkommunionjahrgangs, einem großen Schiff mit den Bildern aller Kinder.

In seiner Predigt ging Pastor Jansen vom Symbol dieses Schiffes aus: wir alle sind Mitarbeiter an Bord, jeder wird an seinem Posten gebraucht, damit das Schiff sicher durch alle Stürme der Zeit segeln kann. Doch nun hat die Mannschaft ihren irdischen Kapitän, den Hl.Vater verloren.

Alle Kinder sammelten sich nach der Predigt um den Altar und sangen gemeinsam "Ein Schiff, dass sich Gemeinde nennt".

Die Kinder waren auch sonst wie gewohnt in die Gestaltung dieses Festgottesdienstes zum Beispiel durch Vortrag der Lesung und der Fürbitten sowie durch die Gabenprozession aktiv eingebunden.

In der Filialgemeinde Hl.Geist, Nümbrecht, gingen am folgenden Sonntag 27 Kinder zur Erstkommunion .

Agape nach der Feier der Osternacht

Mit einem Festgottesdienst begingen die Mitglieder unserer Gemeinde und der benachbarten Filialgemeinden auch in diesem Jahr die Osternacht.

Pastor Jansen buchstabierte in seiner Predigt das Wort Ostern:
  O wie Orientierung,
  S wie Sinnfindung,
  T wie Treue,
  E wie Erneuerung,
  R wie Rennen, Laufen und
  N wie Neuanfang und zeigte an diesen Begriffen den Osterglauben der Kirche auf.
Der Waldbröler Kirchenchor St.Cäcilia unter Leitung von Wolfgang Werner gestaltete diese Messfeier mit zahlreichen neuen Liedern musikalisch.

Im Anschluss an diese Messe blieben zahlreiche Gemeindemitglieder zur Agape-Feier, die einige Jugendliche der Gemeinde organisatorisch vorbereitet hatten, im Pfarrheim zusammen. Zahlreiche junge Erwachsene, in unserer Gemeinde groß geworden, trafen sich wie seit vielen Jahren üblich bei ihrem "Heimaturlaub" zum Osterfest bei dieser Agapefeier wieder und tauschten Erinnerungen und Erfahrungen aus.

Predigtreihe ehemaliger Seelsorger zum Jubiläumsjahr

Zum Jubiläumsjahr 2005 ist die Gemeinde zu einer Predigtreihe eingeladen,
in der jeweils ehemalige Waldbröler Kapläne mit der Gemeinde Gottesdienst feiern.

Den Reigen der Prediger eröffnete Dechant Rainer Gille, "unser" Kaplan von 1977 - 1982 und nun Pfarrer in St.Gertrud, Morsbach.

Im Februar kam Pfarrer Kurt Padberg, Kaplan in Waldbröl von 1965 - 1971, nun Pfarrer in Bonn-Holzlar, zu uns. Mit kam auch der ehemalige Jugendchor, der zu seiner Zeit von Kaplan Staßen gegründet wurde. Bernhard Siegmund, heute Lehrer in Bonn, leitete den Chor.

Diese Gruppe hatte sich eigens zu diesem Gottes-dienst im Jubiläumsjahr wieder zusammen gefunden und erfreute die große Gemeinde durch die Lieder ihrer Jugend.

Diakon Burkhard Wittwer, von 1995 bis 2001 im Seelsorgeteam unserer Gemeinde und jetzt an St.Jakob in Altenkirchen tätig, gab den Gottes-dienstbesuchern im März Impuls mit auf den Weg für einen Glauben, der durch die Zeiten trägt.

Im April sprach Pfarrer Peter Emontzpohl, von 1991 bis 1996 Kaplan in unserer Gemeinde und nun Pfarrer an St.Martinus in St.Augustin-Niederpleis, über seinen ganz persönlichen Glauben, der ihn getragen hat und auch weiterhin trägt. Besonders nachdenkenswert waren dabei seine Ausführungen über das Glaubensbekenntnis eines jeden Christen: "...Ich glaube an die sichtbare (= wirkliche!) und unsichtbare Welt...". Wirklich sind Dinge, die Wirkung zeigen. Glaube ist wirklich, weil er Wirkung zeigt!

Als Gastprediger im Monat August erinnerte Pfarrvikar Burkard Weber, von 1982 bis 1986 Kaplan an St. Michael Waldbröl und jetzt in St. Maria Magdalena in Bonn-Endenich tätig, an die intensive Gemeinschaft in den Basisgemeinschaften der Filialgemeinden unserer Pfarrei. Doch dieses Gemeinschaftsempfinden habe sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich gewandelt: Kirche ist Gemeinschaft; der einzelne Christ wird von ihr getragen, man hat das Gefühl vom „Einklang der Gesinnung und des Herzens“. Die Realität heute ist eine andere: Gemeinschaft ist schwierig. Rückzug aus der Ehe, dem Verein, der Kirche, usw. Schlagworte sind heute „Individuation“ und „Selbstverwirklichung“ des Einzelnen. Jetzt gelte es, aus beiden Extremen die richtige Mitte zu finden: die Nähe, aber auch den Abstand zum Nächsten. Als Beispiel nannte Pastor Weber die Geschichte der Stachelschweine im Winter: nah genug heranrücken, um die wärmende Nähe des Nächsten zu spüren; weit genug entfernen, um sich nicht an dessen Stacheln zu pieksen. Beides gehört dazu: die Selbstentfaltung und die Gemeinschaft. Mit einem weiteren Bild vom Rad machte der Prediger die Zusammengehörigkeit der Christen deutlich: Die Nabe ist Jesus Christus, der unser aller Mittelpunkt ist. Auf die Nabe hin laufen die Speichen (das sind wir Christen, die außen am Rand an der Felge noch weit auseinander sind) sich annähernd zu. Wir nähern uns Jesus Christus und damit auch gleichzeitig uns untereinander. Außerdem finden wir durch Christus die eigene Mitte, können dort ruhen und getragen werden. Wir Christen haben in ihm das gleiche Ziel, und das verbindet uns mit dem Nächsten.

An alle Gottesdienste schloss sich jeweils eine Begegnung mit dem Prediger im Pfarrheim an.

Sternsinger brachten den Segenswunsch in die Häuser

Ein beachtliches Ergebnis zur Linderung der Not der Kinder vor allem in den Flutgebieten Südostasiens geben die Sternsinger des katholischen Pfarrverbandes „AN BRÖL UND WIEHL“ bekannt: Insgesamt 41.770,95 € erbrachte die diesjährige Sternsingeraktion.
Anfang Januar waren Kinder und Jugendliche als Heilige Könige gekleidet in den Straßen des Pfarrverbandes unterwegs, brachten den Menschen den Segen „Christus segne dein Haus“ zum Neuen Jahr und sammelten für Kinder in Not. Von den zum Pfarrverband gehörenden drei Pfarrgemeinden können St. Mariä Himmelfahrt in Wiehl 13.418,36 €, St. Bonifatius in Wiehl-Bielstein 8.782,07 € und St. Michael Waldbröl mit Filialen 19.570,52 € an das Kinder-missionswerk in Aachen überweisen.
Beispielland für die Hilfe des Kindermissionswerkes war – schon lange vorher geplant – Thailand. Durch die Flut-katastrophe in Südostasien am 2. Weihnachtstag 2004 hat diese Hilfe drängende Aktualität erhalten und sicherlich zu dieser überwältigenden Spendenbereitschaft der Menschen und zu dem sensationellen Ergebnis der Stern-singeraktion beigetragen.
Das Kindermissionswerk unterstützt mit seiner Aktion „Die Sternsinger“ schon seit zehn Jahren die betroffenen Regionen in Südostasien mit über 1.000 Kinderprojekten - zumeist Wohnheime, Kindergärten, Schulen und Gesundheitsprojekte - mit einem Gesamtvolumen von bisher 10 Mio Euro. In Zusammenarbeit mit langjährigen Projektpartnern vor Ort fließen jetzt Spendengelder in Sofortmaßnahmen und nachhaltige Aufbauarbeit!
Die hohe Bereitschaft etwas abzugeben und zu helfen, zeigt das große Herz der Oberberger, aber auch den Willen, den von Gott empfangenen Segen im Geiste Christi weiter zu schenken, damit Gottes Heil – Mensch geworden in Jesus Christus – wächst und für viele in Not zur spürbaren Hilfe wird. Und die kleinen Füße der Sternsinger tragen so zu einer großen Hilfe bei!
Die Aktion Dreikönigssingen – am 9. Oktober 2004 in Münster mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet – ist die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie wird getragen nicht nur vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, sonder auch vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BdKJ). Jährlich können mit den Mitteln aus der bundesweiten Aktion rund 2.000 Projekte für notleidende Kinder in Asien, Ozeanien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt werden.
weitere Informationen zum Motto der diesjährigen Sternsingeraktion....

Bischofsbesuch zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2005

Mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael und einem anschließenden Empfang im Pfarrheim eröffnete die katholische Kirchengemeinde Waldbröl am 2. Januar ihr Jubiläumsjahr 2005. Anlass für die Gemeinde ein Jahr lang zu feiern, ist der Rückblick auf 300 Jahre Pfarrkirche, 200 Jahre Errichtung der Pfarrei, 150 Jahre Pfarrhaus, 125 Jahre Kirchenchor und nicht zuletzt wurde vor 40 Jahren die Erweiterung der Pfarrkirche abgeschlossen.
Hauptzelebrant der Eröffnungsmesse war Weihbischof Dr. Rainer Woelki, der im Erzbistum Köln zuständige Regionalbischof für den Oberbergischen Bereich. In seiner Predigt erinnerte er an die die Zeit überdauernden Leistungen unserer Vorfahren, aber auch an Momente des Versagens. Als das Entscheidende bezeichnete der Bischof aber den Glauben, den Gott über die Zeit bis in unsere Zeit erhalten habe. Das sei ein Grund über ein ganzes Jahr zu danken und zu feiern. Er forderte die Gemeinde auf, ihren Glauben sichtbar werden zu lassen, denn, so der Bischof, auch heute gelte: „An Gott zu glauben trägt das Leben und trägt durch die Zeiten.“
Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim konnte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Paul Schulz zahlreiche Gäste aus dem Oberbergischen Raum begrüßen: Bürgermeister Bernd Hombach aus Nümbrecht, in dessen Kommune die zur Pfarrei St. Michael gehörende Filialgemeinde Heilig Geist liegt; und den Stellvertreter des im Urlaub weilenden Bürgermeisters von Waldbröl, Ratsherrn Karl-Heinz Neusinger, der für die Zivilgemeinde ein Grußwort zum Pfarrjubiläum sprach.
Aus dem im Jahr 2003 neu gegründeten Seelsorgebereich „An Wiehl und Bröl“ begrüßte Schulz den Pfarrer Christoph Schierbaum sowie Mitglieder der Nachbargemeinden Wiehl und Bielstein, mit denen sich schon viele Formen der Zusammenarbeit ergeben haben. „Ich erinnere nur an die erfolgreiche Aufführung des Weihnachtsoratoriums der Kirchenchöre Bielstein und Waldbröl am zweiten Advent.“
Schulz stellte das Leitwort des Jubiläumsjahres 2005 „Glaube, der durch die Zeiten trägt“, in den Mittelpunkt seiner Begrüßung. Die katholische Gemeinde sei ohne die Auseinandersetzung mit den evangelischen Christen in Waldbröl nicht denkbar. Aus dem im Jahr 1703 ausgetragenen blutigen „Kreuzstreit“ habe sich im Laufe der Jahrhunderte aus einem zunächst obrigkeitlich verordneten Nebeneinander bald ein fruchtbares und geschwisterliches Miteinander der Waldbröler Kirchengemeinden entwickelt. Die Lebenskraft der „Ökumene Waldbröl“ wurde beim Empfang dadurch deutlich, dass viele Mitchristen aus der Evangelischen Kirchengemeinde mit dem Vorsitzenden des Presbyteriums Pastor Thomas Seibel und von der Freien evangelischen Gemeinde Pastor Hartmut Hunsmann mit Mitgliedern des Ältestenkreises der Einladung gefolgt waren.
Pastor Seibel unterstrich in seinem Grußwort die Lebenskraft der Ökumene in Waldbröl. Er ging auf die Geschichte Waldbröls und den Einfluss der Reformation auf die beiden Konfessionen ein. Die Situation sei schwierig gewesen, heute aber die Berührungsängste weitgehend abgebaut. Erkennbar werde das gute Miteinander durch das Ökumenische Gemeindefest das vor fünf Jahren gefeiert wurde und im Jubiläumsjahr am 26. Juni wiederholt werden solle.

Neben aller Festtagsstimmung klangen auch ernstere Töne an. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende wies auf den beklagenswerten Zustand der nach dem Krieg gebauten Orgel der Pfarrkirche St. Michael hin. „Ein Neubau ist nicht zu umgehen, will man nicht nach 15 Jahren wieder vor dem gleichen Problem stehen“, so warb Schulz für eine neue Orgel. Sie soll ein Geschenk der Gemeinde an ihre Pfarrkirche zum Jubiläum werden. Die Kosten von etwa 250.000 Euro müssen von der Pfarrgemeinde getragen werde. Zur Finanzierung sei ein Orgelbauverein gegründet worden. Viele sollten durch eine Mitgliedschaft das Projekt aktiv unterstützen.
Der stellvertretende Bürgermeister Waldbröls, Karl-Heinz Neusinger, griff diese Werbung für das Orgelprojekt auf und überreichte dazu der Pfarrei eine Spende der Stadt Waldbröl.

Der Leiter unserer Gemeinde, Pastor Klaus Peter Jansen, wies in seinem Schlusswort auf die Vorgänger sowohl in der katholischen wie in den evangelischen Gemeinden hin, die durch Gebet, Engagement, Sympathie und Verbundenheit die Ökumene entwickelt und getragen hätten. Er forderte dazu auf, mit Zuversicht sich den Veränderungsprozessen und Herausforderungen zu stellen. In Anspielung auf die Flutkatastrophe, die am 26. Dezember die Anrainerstaaten des Indischen Ozeans getroffen hatte, gab Jansen zu bedenken: „Was sind das für Probleme hier in Waldbröl im Vergleich zu dem, was sonst in der Welt passiert.“

Helga Schulz